VII. Festival Lateinamerikanischer Poesie in Wien



Die AutorInnen – Lesungen vom 11. bis 14.Juni 2014


Marco Antonio Campos

Marco Antonio Campos (Mexiko-Stadt, 1949)

Dichter, Prosaautor, Essayist und literarischer Übersetzer. Er erhielt zahlreiche Literatur-Preise, u. a. den Premio Xavier Villaurrutia (1992), den Premio Iberoamericano Ramón López Velarde für Poesie (2010) und den Premio Casa de América für Poesie (2005). Zu seinen bedeutendsten Veröffentlichungen zählen: Muertos y disfraces (1974); Monólogos (1985); Los adioses del forastero (1996); Viernes en Jerusalén (2005) und Dime dónde, en qué país (2010). Auch seine Arbeit als literarischer Übersetzer ist beachtlich, er übersetzte u. a. Werke von Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud, André Gide, Antonin Artaud, Giuseppe Ungaretti, Salvatore Quasimodo, Cesare Pavese, Georg Trakl und Carlos Drummond de Andrade. Seine eigenen Gedichte wurden ins Englische, Französische, Deutsche, Italienische und Niederländische übersetzt. 2004 wurde er mit der von der chilenischen Regierung verliehenen Pablo-Neruda- Ehrenmedaille ausgezeichnet. Marco Antonio Campos ist Leiter des Encuentro de Poetas del Mundo Latino, einer im spanischen Sprachraum vielbeachteten Literaturveranstaltung.


Miguel Casado
Foto: © Manuel Ferro

Miguel Casado (Valladolid, Spanien, 1954)

Dichter, Literaturkritiker, literarischer Übersetzer und Herausgeber. Er erhielt 1987 den angesehenen Premio Hiperión für Poesie. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen u. a.: Inventario (1987); Para una Teoría del color (1995), La mujer automática (1996) und Tienda de fieltro (2004). Er hat u. a. Werke von Paul Verlaine und Francis Ponge ins Spanische übersetzt. Seine eigenen Gedichte wurden ins Französische, Portugiesische, Englische, Deutsche, Galicische, Arabische und Niederländische übersetzt. Sein Werk als Literaturkritiker ist umfangreich, es erschien sowohl in Fachzeitschriften als auch in den bedeutendsten spanischen Tageszeitungen wie El País, ABC und Diario 16. Casado ist heute ohne Zweifel der bedeutendste Literaturkritiker Spaniens.


Gustavo Adolfo Garcés


Gustavo Adolfo Garcés (Medellín, Kolumbien, 1957)

Dichter und Essayist. Er wurde 1992 mit dem Kolumbianischen Staatspreis für Lyrik ausgezeichnet. Eine Auswahl seiner Werke: Pequeño reino (1998); Espacios en blanco (2000); Libreta de apuntes (2006); Breves días. Antología (2010) und Hasta el fin de los números (2012). Neben seiner Arbeit als Dichter und Organisator der Literaturworkshops des Casa de Poesía José Asunción von Bogotá hat Garcés auch an mehreren kolumbianischen Universitäten (Universidad de Antioquia, Universidad del Rosario, Pontificia Universidad Javeriana) Literatur und Politikwissenschaft unterrichtet. Darüber hinaus ist er in der Funktion eines Volksanwalts für die Staatliche Aufsichtsbehörde der Kolumbianischen Regierung mit Fragen der Menschenrechte und Ethnischen Angelegenheiten befasst.


Sabine Gruber
Foto: © Karl-Heinz Ströhle

Sabine Gruber (Meran, Italien, 1963)

Romanautorin, Dichterin, Herausgeberin. Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Sie erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, u. a. den Anton-Wildgans-Preis (2007), den Buch-Preis der Oberösterreichischen Arbeiterkammer (2008) und den Reinhard-Priessnitz-Preis (1998), und war Preisträgerin beim RAI Kurzgeschichtenwettbewerb Bozen (1984). Darüber hinaus erhielt sie mehrere im deutschen Sprachraum bedeutende Stipendien, u. a. das Heinrich-Heine-Stipendium (2002), das Elias-Canetti-Stipendium (2004-2005) und das Robert-Musil-Stipendium (2009-2011). Sabine Grubers Werk ist breit gefächert: Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Essays, Hörspiele. Ihr dichterisches Werk zeichnet sich nicht so sehr durch den Umfang, als durch die Qualität aus: Fang oder Schweigen (2002); Zu Ende gebaut ist nie (2014).


Tamara Kamenszain


Tamara Kamenszain (Buenos Aires, Argentinien, 1947)

Dichterin und Essayistin. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Ersten Preis für Essayistik der Stadt Buenos Aires (1999), den Ersten Preis für Hispanoamerikanische Poesie des Festival de la Lira (2011) und den Kritikerpreis der Buchmesse von Buenos Aires (2013). Aus ihrem Werk seien folgende Gedichtbände hervorgehoben: Los No (1977); La Casa Grande (1986); Tango Bar (1998); El ghetto (2003) und La novela de la poesía (Sammelband, 2012). Ihre Gedichte wurden ins Englische, Französische, Portugiesische, Deutsche und Italienische übersetzt. Tamara Kamenszain hat auch an der Universität von Buenos Aires Literatur unterrichtet. 2004 wurde sie mit der von der chilenischen Regierung verliehenen Pablo-Neruda-Ehrenmedaille ausgezeichnet.


E.A.Richter


E. A. Richter (Tulbing, Niederösterreich, 1941)

Dichter, Romanautor, Herausgeber, Verfasser von Drehbüchern für Film und Fernsehen. Studium der Germanistik und Geschichte. Er erhielt für sein literarisches Schaffen mehrere Auszeichnungen, darunter den Literaturpreis der Stadt Wien (1978) und den Theodor-Körner-Preis (1986). Von seinen Lyrikbänden seien Folgende hervorgehoben: Jetzt bist aufgwocht. Dialektgedichte (1973); Friede den Männern (1982); Das leere Kuvert (2002) und Schreibzimmer (2012). Seine Gedichte wurden ins Slowenische, Mazedonische, Französische und Englische übersetzt. Er war von 1970-1995 Herausgeber der renommierten Literaturzeitschrift Wespennest. Seit 1975 ist er Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung GAV.


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Foto: © Wolfgang Kühn

Gerhard Rühm (Wien, 1930)

Dichter, Musiker, Dramatiker, Prosaautor und Bildender Künstler. Klavier- und Kompositionsstudium an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Im Laufe seiner langen literarischen Laufbahn erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Würdigungspreis für Literatur des BMUKK (1976), den Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur (1984), den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur des BMUKK (1991) und den Alice-Salomon-Poetik-Preis der Stadt Wien (2007). Rühm ist Mitinitiator der angesehenen Wiener Gruppe (gemeinsam mit Achleitner, Artmann, Bayer und Wiener), deren Mitglieder sich intensiv mit Lautpoesie beschäftigten. Rühms poetisches Werk ist vielseitig und umfangreich, es sei hier nur eine kleine Auswahl genannt: hosn rosn baa, mit F. Achleitner und H. C. Artmann (1959); Gesammelte Gedichte und visuelle Texte (1970) und Visuelle Poesie (1996). Seine Gesammelten Werke erscheinen in Berlin und umfassen derzeit 6 von 10 geplanten Bänden. Gerhard Rühm war von 1968-1982 Präsident der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung GAV.


Antonio Trujillo
Foto: © Orlando Guerrero

Antonio Trujillo (San Antonio de los Altos, Venezuela, 1954)

Dichter, Kunsthandwerker, Chronist. Er erhielt für sein dichterisches Schaffen mehrere Preise, u. a. den Preis für Poesie der Stadt Guaicaipuro (1996), den Preis für Literatur der Stadt Caracas (2003) und den Ramón-Palomares-Preis (2005). Eine Auswahl seiner Werke: De cuando vivían los pájaros (1984); Vientre de árboles (1996); Taller de cedro (1998); Blanco de orilla (2003); Unos árboles después y otros poemas (2006); Parte del aire. Antología Poética (2008); Ballestía (2009). Antonio Trujillo ist offizieller Chronist seiner Heimatstadt und hat in dieser Eigenschaft auch mehrere historische Werke veröffentlicht. Darüber hinaus ist er derzeit Chefredakteur der renommierten venezolanischen Kulturzeitschrift Revista Nacional de Cultura.


Peter Waugh
Foto: © Orlando Guerrero

Peter Waugh (London, 1956)

Experimenteller Dichter, Performer, literarischer Übersetzer, Herausgeber und freiberuflicher Sprachtrainer. Als Schüler u. a. von Allen Ginsberg und Anne Waldman, Leiter und Mitbegründer von Labyrinth (Association of English Language Poets in Vienna) und Mitbegründer von Dastrugistenda, einer Gruppe experimenteller Lautpoesie, hat er in Wien eine Reihe von Lyrik-Veranstaltungen organisiert und aktiv daran teilgenommen. Obwohl er ein äußerst vielseitiger und produktiver Autor ist, hat er nur wenig publiziert, als Beispiele seien seine chapbooks genannt: Horizon Firelight (2000), gemeinsam mit Karin Kaminker; Haiku Butterfly Death Dream (2002) und Glowworms (2003), gemeinsam mit Evelyn Holloway, Nathan Horowitz u. a. Peter Waughs Lyrik wurde in mehrere Sprachen übersetzt und auch publiziert.


José
                  Antonio Dávila