Ich spŸre
das Abendrot auf meinen HŠnden. Es sickert durch den kranken Lorbeer. Ich will
nicht denken, nicht geliebt sein, will nicht glŸcklich sein, mich nicht
erinnern.
Nur dieses
Licht will ich spŸren auf meinen HŠnden,
will kein
Gesicht kennen und will, dass die Lieder aufhšren, mir das Herz schwerzumachen,
will, dass
die Všgel vor meinen Augen weiterziehen, und will nicht merken, dass sie fort
sind.
Es gibt
Risse und
Schatten auf den wei§en WŠnden, und bald wird es noch mehr Risse und Schatten
geben und am Ende keine wei§en WŠnde mehr.
Das ist das
Alter. Es flie§t durch meine Adern wie von Klagen sattes Wasser. Bald werden
alle Fragen
enden. Letzte Sonnenstrahlen lasten auf meinen reglosen HŠnden, und in meine
Ruhe schleichen sich unmerklich, untrennbar verschmolzen, das Denken und sein
Verschwinden.
Es ist
Agonie und Gelassenheit.
Vielleicht
bin ich lŠngst, ohne es zu wissen, durchsichtig und allein. So oder so
ist die
einzige Weisheit schon das Vergessen.
© Antonio
Gamoneda, Esta Luz / Dieses Licht, Eine Anthologie 1947 - 2005
© Verlag
Ludwig, Kiel 2007
©
†bersetzung: Manfred Bšs, Petra Strien-Bourmer 2007
Ich haben
den Knochen des Erbarmens in den Abgrund
geworfen;
er ist nutzlos, wenn der Schmerz zur Heiterkeit gehšrt, doch die Hellsicht gŠrt
in mir wie wild gewordener Alkohol.
Ich wei§,
dass noch im Tod die NŠgel wachsen. Niemand
steigt
hinab zum Herzen. Vertreiben wir die TŠuschung, entblš§en wir uns selbst,
reiben uns wund, und
niemand
kommt. Kein
Schatten,
keine Agonie. Was sollÕs:
dann eben
nur Licht. So ist
der letzte
Rausch: zu gleichen Teilen
Schwindel
und Vergessen.
© Antonio
Gamoneda, Esta Luz / Dieses Licht,
Eine
Anthologie 1947 - 2005
© Verlag
Ludwig, Kiel 2007
©
†bersetzung: Manfred Bšs, Petra Strien-Bourmer 2007
Da ist ein
Lichtspan im Schein der Ewigkeit, unsichtbare HŠutchen haben wir beleckt, sie
fast geliebt, da ist blo§ Winter in den starren Zweigen, und alle Zeichen sind
leer.
Wir sind
allein zwischen zwei Negationen wie hingeworfene Knochen fŸr die Hunde, die nie
kommen werden.
Der Tag
wird ins verkohlte Zimmer treten. Vergeblich war die schwarze Naht.
Doch eine
Freude bleibt: Wir glŸhen
in
unverstŠndlichen Worten.
© Antonio
Gamoneda, Esta Luz / Dieses Licht,
Eine
Anthologie 1947 - 2005
© Verlag
Ludwig, Kiel 2007
©
†bersetzung: Manfred Bšs, Petra Strien-Bourmer 2007
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